Jeden Tag sterben in Afrika Menschen, vor allem Kinder, weil sie Wasser trinken, in dem es vor Bakterien nur so wimmelt. So auch in Tansania. Doch nun gibt es Hilfe: In Tabora, einer staubigen Stadt im Westen des Landes, werden seit Februar 2008 Keramikwasserfilter produziert und für nur knapp 9 Euro verkauft. Und das ganz besondere: Diese Filter werden von blinden und sehbehinderten Jugendlichen bei "Simba-Clay", einem Projekt der Missionare des Heiligen Franz von Sales, hergestellt. Weiterhin werden sie in der Produktion von Gebrauchsgütern auf traditionellem Wege in ihrer dreijährigen Ausbildung geschult. Das dritte Standbein der Töpferei ist die Herstellung von Ziegelsteinen, die von größeren Institutionen (Krankenhäuser, Schulen) gekauft werden, um Holz sparender Kochen zu können, als es mit den üblichen Drei-Stein-Herden möglich ist.
Der Wasserfilter wurde von einem staatlichen Labor in Tansania getestet und überzeugt mit seinen spitzenmäßigen Ergebnissen: Bakterien werden zu 99,98 % herausgefiltert.
Die blinden und sehbehinderten Jugendlichen zeigen, dass sie etwas können. Mehr, als nur zu betteln oder zu Hause herumzusitzen. Und genießen es, auch mal die Helfenden anstatt immer nur die Nehmenden zu sein.
"Simba-clay" heißt übersetzt "Löwenton", und genauso stark werden hier die behinderten Mitarbeiter bei der Arbeit mit Ton gemacht. Blinden, sehbehinderten und auch geistig behinderten jungen Erwachsenen wird hier ein Arbeitsplatz geboten, sie fallen damit aus dem Raster der Last für ihre Familien, aus der Arbeitslosigkeit. Das Schicksal vieler Leidensgenossen, sich durch Betteln oder Prostitution am Leben erhalten zu müssen, wird ihnen erspart.
Möglich gemacht hat dies das Ehepaar Rainer und Gabi Bacher. Herr Bacher ist selber blind und besitzt als Sonderschulehrer viel Erfahrung mit sehgeschädigten und geistig behinderten Kindern. Gabi Bacher studierte Sonderpädagogik und brachte durch ihre Arbeit auch mit behinderten Kindern und Töpfern viel Erfahrung mit. Ihr einjähriges Praktikum in einem Kindergarten in Tanzania bestärkte sie in ihrem Entschluss, hier aktiv zu werden.
Inzwischen ist durch die große Mitfinanzierung des Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) und viele treue Spender ein eigenes Gebäude als Töpferwerkstatt vollendet und eingerichtet worden. Auch der Bau des Internates für die weiblichen Auszubildenden wurde bereits fertig gestellt.
Weitere Spenden sind notwendig, da die Töpferei noch nicht auf eigenen Füßen stehen kann.
Kennwort: EAT 05 Töpferei