Von 2001-2003 konnte in Diébougou mit Hilfe des Bundesentwicklungsministeriums und des Freundeskreises Wiesbaden der aa/D eine Augenklinik errichtet werden. Die Trägerschaft übernahm die Diözese dieser Stadt. Da kein Augenarzt zur Verfügung stand, operierte seit 2002 der pensionierte Augenarzt Dr. Ulrich Schum teils mehrmals im Jahr, bis ein einheimischer Augenarzt dort die Leitung der Augenklinik übernehmen konnte.
In dieser Zeit lernte Dr. Schum die Not vieler Kinder kennen, für die die Straße das einzige Zuhause darstellte. Angesichts ihrer ausweglosen Situation fasste er den Entschluss, wenigstens einigen dieser Alleingelassenen eine zweite Chance zu geben. Zusammen mit seiner Frau Inge Borchardt-Schum gründete er den Verein "Assistance Humanitaire". Sie erhielten von der Kommune ein Grundstück und begannen mit dem Bau eines Waisenhauses für etwa 35 Kinder. Eine Familienstiftung sicherte den größten Teil der Finanzierung.
Und am 23. Januar 2010 fand dann auch die offizielle Einweihung statt mit der Segnung durch den Bischof der Diözese Diébougou Excellence Monseigneur Kusiele Dabiré.
In Afrika ist die Einweihung immer ein großes Fest, zu dem viele Menschen eingeladen und beköstigt werden müssen. Angesichts der verheerenden Folgen der letzten Flutkatastrophen entschloss sich Schum, die für die offizielle Einweihungsfeier zurückgestellten Gelder für eine warme Mahlzeit für die hungernde Bevölkerung zu verwenden. So fand ein "Tag der offenen Tür" statt, an dem kostenlos Speisen an die Armen verteilt wurden. In knapp vier Stunden waren es über 550 Mahlzeiten; dazu gab es vitaminhaltige Getränke.
Einen Tag später öffneten sich die Tore für die ersten Kinder. Das war ein großer und aufregender Tag, denn alles - zum Beispiel fließendes Wasser, Duschen, Waschbecken und Toiletten mit Spülung, ein eigenes Bett, eigenes Geschirr - war total unbekannt für die neuen Bewohner .
Die Kinder werden die gesamte Schulzeit in dem Haus wohnen und betreut und können anschließend eine weiterbildende Schule besuchen oder eine Lehre beginnen. Ein von ihnen geführter Gemüsegarten sowie eine Hühnerfarm sollen nicht nur einen Teil des Eigenbedarfs decken, sondern die Kinder auch sensibel machen für Eigeninitiative und gesundes Essen.
Inzwischen befindet sich ein Pickup auf dem Seeweg nach Accra / Ghana, um von dort auf dem Landweg weiter nach Diébougou gebracht zu werden. Er soll dem Waisenhaus als Transportmittel dienen.
15 Jahre lang bleibt die Einrichtung in der Verantwortung der "Assistance Humanitaire" unter Dr. Schum und seiner Frau Inge. Dann wird die Kommune das Haus übernehmen. Bis dahin bittet das Ehepaar um weitere Spenden.
Weitere Informationen:
www.assistance-humanitaire.de