
In der Stadt Shashemane, 250 km südlich der Hauptstadt Addis Abeba in Äthiopien, besteht seit 1982 eine Internatsschule für blinde Kinder. Ursprünglich von den "Schwestern der Liebe" der Mutter Theresa gegründet, wird sie heute von indischen Franziskanerschwestern geleitet. Ihre Oberin ist Sr. Jacintha Mathai. Jeweils 100 bis 200 blinde und einige hochgradig sehbehinderte Kinder aus allen Teilen Äthiopiens besuchten in den letzten Jahren die Schule. Die meisten kommen aus den ärmsten Bevölkerungsschichten und aus allen Volksgruppen und Religionsgemeinschaften. Sie erhalten eine vorbildliche Schulbildung und Erziehung, die sie befähigt, anschließend eine Berufsausbildung oder ein Hochschulstudium zu beginnen. Damit steigt ihre Aussicht auf eine spätere selbständige Lebensführung. Darum ist die Schule im Lande hoch angesehen. Und die Familien empfinden es als großes Glück, ihre Kinder dort ausbilden zu lassen.
Die Schwestern könnten mit ausgebildeten Sozialarbeitern oder Berufshelfern diese nachgehende Hilfe nur dann leisten und Ausbildungsbeihilfen gezielt ausgeben, wenn Geld dafür zur Verfügung steht. In den Vorjahren ist von Zeit zu Zeit dafür ein Ausbildungsfond geschaffen worden, der immer wieder von Wohltätern aufgefüllt wurde. Doch im Augenblick ist kein Geld mehr vorhanden.
Wir suchen Einzelspender und Gruppen, die diese wichtige Aufgabe unterstützen wollen. Durch Berichte werden sie regelmäßig über die geleisteten Ausbildungshilfen unterrichtet.
Doch es stellt sich ein schwerwiegendes Problem nach der Schulentlassung, das die gesamte bis dahin geleistete Rehabilitationsarbeit in Frage stellt. Die meisten Familien sind nicht der der Lage, Ausbildungskosten und auswärtige Unterbringung am Hochschul- oder Berufsausbildungsort zu bezahlen. Vor nicht langer Zeit, und vielleicht mancherort noch heute, wurden die blinden Familienangehörigen an den Strassenrand gesetzt, um ein Einkommen für die Familie zu erbetteln. Dieses Los droht vielen gut ausgebildeten Schülern, wenn in dieser Notlage nicht geholfen wird.