Ausbildung und Integration von Menschen mit Behinderungen ist eine besonders wichtige Aufgabe in der Entwicklungszusammenarbeit. Eine spätere selbständige Arbeit soll ihnen und ihren Familien ein dauerhaftes Einkommen und Überleben sichern. Ohne Ausbildung und Arbeitsplatz sind die zumeist aus ärmeren Familien stammenden Jugendlichen zum Betteln und zur Prostitution gezwungen, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Verarmung und Krankheiten, wie beispielsweise HIV/Aids, sind die Folge.
In dem Dorf Eikwe-Nzema in der Western Region Ghanas ist unter der Leitung des katholischen Ortspfarrers Msgr. John Adade eine kleine Einrichtung für körperbehinderte Jugendliche entstanden. Sie, die in Ghana wie auch in anderen Entwicklungsländern meist an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden, haben hier in einer Tageseinrichtung Aufnahme gefunden. Sie werden zu einigen handwerklichen Tätigkeiten angeleitet, mit denen sie sich später einmal ihren Lebensunterhalt verdienen sollen. Die Heimschule wurde in Eigeninitiative und mit sehr viel Engagement begonnen. Doch das begonnene Vorhaben überfordert die Möglichkeiten des Trägers. Darum haben Msgr. John Adade als Beauftragter für Behinderte in der Diözese und sein Bischof John Martin Darko im Jahre 2000 die aa/D um Hilfe gebeten, um diese Einrichtung zu einem Berufsbildungszentrum mit Werkstätten und Wohnheimen für behinderte Jungen und Mädchen auszubauen und mit einem nachhaltigen Konzept für die Berufsbildung von Menschen mit Behinderungen zu versehen.
Mit dem Ausbau zum Ausbildungszentrum (Bau von Unterkünften, Einrichtung von Werkstätten und rollstuhlgerechter Wegebau) soll die Einrichtung den Betrieb der Ausbildung ordnungsgemäß durchführen können, rollstuhlgerecht gestaltet und dem Bedarf an Ausbildungsplätzen gerecht werden. Ziel ist, die Kapazität auf 60 Ausbildungsplätze zu erweitern. Auf diese Weise kann körperlich behinderten Jugendlichen der Western Region langfristig eine ihren Fertig- und Fähigkeiten entsprechende Ausbildung ermöglicht werden. Leider stehen der Diözese und auch den betroffenen Familien nicht ausreichend finanzielle und auch fachliche Ressourcen zur Weiterentwicklung von Ausbildungskonzept und Ausbau der Einrichtung zur Verfügung. Umfangreiche Projekte wie dieses können nur mit ausländischer Finanzierung durchgeführt werden.
Die Ausbaukosten werden zur drei Viertel durch das Entwicklungshilfeministerium (BMZ) getragen. Die Stiftung "Kinder brauchen Zukunft" der Handelsgruppe HIT, die schon seit langem die Arbeit der aa/D unterstützt, übernimmt die restlichen Kosten in Höhe von 75.000 Euro.
Für die laufenden Kosten der Einrichtung, die auf Grund der Armut der Eltern nicht alleine erbracht werden können, bitten wir weiterhin um Ihre Unterstützung.