Die Augenklinik MANNA Eye Clinic in Nkongsamba ist 120 km von Duala entfernt, der Wirtschaftsmetropole und Hafenstadt. In den siebziger Jahren war es die drittgrößte Stadt des Landes nach Duala und Yaounde. Doch seit dem Zusammenbruch des Kaffeehandels in den achtziger Jahren wurde aus der einst blühenden Siedlung eine immer ärmer werdende Stadt mit abnehmender Bevölkerungszahl, aber einer sehr bevölkerungsreichen Umgebung. Statt von Kaffeeanbau leben die Menschen zumeist von der Subsistenzwirtschaft, d.h. sie leben von der Hand in den Mund. Andere sind kleine Händler.
Bevor Frau Dr. Elisabeth Herz dorthin kam, war die augenärztliche Versorgung in der ganzen Gegend denkbar schlecht. Es gab keinen Augenarzt in der Stadt mit seinen 150.000 Einwohnern. Der nächste anerkannte Augenarzt war 150 km entfernt in Bafoussam.
Frau Dr. Herz baute mit vielen Mühen in der Trägerschaft der anerkannten Nichtregierungsorganisation "Friends of Eye Clinic St. Mathieu" eine neue Augenklinik in angemieteten Räumen auf. Ihre zahlreichen Freunde in Deutschland, das Deutsche Katholische Blindenwerk und auch die aa/D halfen ihr dabei.
Um die 16 entlegenen Außenstellen regelmäßig besuchen zu können, wurde ein Geländewagen angeschafft. Es wurde eine Optikwerkstatt eingerichtet, zwei Mitarbeiter konnten zur Optikerausbildung nach Ghana geschickt werden. Einige deutsche Augenärzte opferten ihren Urlaub, um ehrenamtlich in Kurzzeiteinsätzen bei Augenoperationen zu helfen und Frau Dr. Herz in ihrer sonstigen Klinikarbeit zu unterstützen. Zuletzt gelang es, ein Nachbarhaus, vornehmlich zur Unterbringung operierter Patienen, zu kaufen. Die umfangreiche Renovierung ist abgeschlossen. Eine kleine Gruppe von Freunden und die aa/D bildeten eine Partnerschaftsgruppe, die für die Kontinuität der Unterstützung sorgt.
Noch längst aber ist der Ausbau der Augenklinik nicht abgeschlossen. Weitere Wohnräume und die Speicherräume müssen renoviert werden. Eine Patientenküche ist notwendig, da die Patienten Selbstversorger sind und die Angehörigen die Mahlzeiten zubereiten. Zur Sicherheit für alle und als Abwehr gegen Diebe muß eine mindestens zwei Meter hohe Mauer rund um das Anwesen errichtet werden. Vor allem aber sollen ein Brunnen und ein Regenwasserreservoir angelegt werden, um damit die Wasserversorgung der Augenklinik zu sichern. Darum soll dies als nächstes Teilprojekt angegangen werden, wenn die notwendigen Spendenmittel eingegangen sind.