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Portfolio Category: Tansania

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Inklusive Bildung am Lake Victoria Disability Center

Das LVDC liegt am Stadtrand von Musoma, der Provinzhauptstadt der Mara Region im Norden Tansanias, am östlichen Ufer des Victoriasees. Die Mara Region ist überwiegend landwirtschaftlich geprägt.  

Das LVDC wurde im Jahr 2002 von Dennis Maina gegründet. Zunächst erhielten dort etwa 10 Jugendliche mit verschiedensten Beeinträchtigungen eine berufliche Bildung. Die Schüler*innen konnten Trainingseinheiten in den Bereichen Holz, Metallverarbeitung und Schneiderei absolvieren. Das Erlernen neuer Fähigkeiten trug dazu bei, die Abhängigkeit der jungen Menschen von ihren Familien zu verringern und mehr Eigenständigkeit im täglichen Leben zu entwickeln.

Seit Gründung des Centers hat sich das Angebot erheblich erweitert und das LVDC ist heute eine bedeutende Anlaufstelle in der Mara-Region, die zur Integration beeinträchtigter junger Menschen beiträgt. Dies hängt maßgeblich mit dem langjährigen und zukunftsorientierten Engagement von Dennis Maina zusammen, der stets offen war, neue Wege zu gehen, um seine Vision zur Unterstützung Hilfsbedürftiger zu verwirklichen.

Spendenkennwort: TZ 06 Musoma

Durch die Unterstützung der africa action war es 2012 möglich, einen Neubau am heutigen Standort zu realisieren und so die Möglichkeiten des Centers erheblich zu erweitern. Im Zuge des Neubaus wurden Schlafsäle für Schüler*innen geschaffen, um auch auswärtigen jungen Menschen, inzwischen sogar über die Mara-Region hinaus, die Chance auf eine Ausbildung zu ermöglichen.

In der Metallwerkstatt werden aktuell etwa 60 Schüler*innen ausgebildet. Es werden dort unterschiedlichste Reparaturen ausgeführt, Rollstühle und andere Gebrauchsgegenstände gefertigt und Fremdaufträge bearbeitet. Im Holzbereich sind gut fünfzig Schüler*innen tätig. Hier werden u.a. auch kleinere Einrichtungsmöbel und Gebrauchsgegenstände wie Hocker oder Küchenutensilien gefertigt, die dazu geeignet sind, von den Absolvent*innen der Trainingskurse später in Eigenregie gebaut zu werden, um so deren Lebensunterhalt sicher zu stellen. Eine Elektroklasse mit rund 70 Schüler*innen wird für die Installation von Hauselektrik geschult. Etwa 80 Schüler*innen werden als Installateure ausgebildet. In allen Ausbildungsbereichen werden lebenspraktische Fertigkeiten vermittelt, um die Absolvent*innen zu befähigen, ihr weiteres Leben trotz Einschränkungen eigenständig zu gestalten.

Zu den erweiterten Aufgaben des LVDC gehört seit 2016 eine Rehabilitationsabteilung, in der Prothesen und Orthesen gefertigt und angepasst werden, sowie Physiotherapie angeboten wird. Dies sind Angebote von unschätzbarem Wert für betroffene Kinder und Erwachsene der Region. Inzwischen werden auch hier knapp 20 junge Menschen ausgebildet. Sie fertigen Prothesen und Orthesen an und vermitteln den Patient*innen in speziellen Trainingseinheiten die Handhabung der neuen Hilfsmittel.

Rund 90 Auszubildene sind im Internat des LVDC untergebracht. Darüber hinaus benötigen auch externe Patient*innen mit Begleitpersonen für die Phase ihrer Hilfsmittelanpassung (incl. Behandlungen und Trainings) Übernachtungsmöglichkeiten, die derzeit im Internat bereit gestellt werden.

Eine weitere wichtige Aufgabe des LVDC ist es, durch aufsuchende Beratungs- und Aufklärungsarbeit betroffene Menschen in der Region zu erreichen. Lehrer*innen des Centers sind zu diesem Zweck manchmal tageweise in der ganzen Region unterwegs. So können Menschen mit Unterstützungsbedarf erkannt werden, es können Hilfestellungen im Umgang mit den individuellen Beeinträchtigungen angeboten werden und im direkten Kontakt auch tradierten Vorstellungen und Stigmatisierungen gegen Menschen mit Behinderungen entgegen gewirkt werden.

In Zusammenarbeit mit der aaD, mit finanzieller Unterstützung des Bundesministeriums für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), setzt sich das LVDC, tatkräftig für eine landesweite inklusive Entwicklung ein: es werden Schulungen für externe Lehrkräfte von Grund-, weiterführenden und Berufsschulen organisiert. Das Projekt zur landesweiten Inklusionsentwicklung wird von zwei namhaften Universitäten des Landes, Sekumo Universität in Lushoto und Offene Universität Dar es Salaam, sowie dem Morogoro College für Berufschullehrer*innen durch Studien begleitet.

Weiterhin ist das LVDC dringend auf internationale finanzielle Unterstützung angewiesen, da es auf Landesebene noch immer nicht als staatliche Bildungseinrichtung anerkannt ist und somit kaum nationale Fördermittel erhält. Das Center engagiert sich dennoch im Interesse der beeinträchtigten Menschen weiter für eine staatliche Anerkennung seiner Bildungsarbeit. So konnten 2021 aus staatlichen Mitteln für 300 Bewerber*innen 6-monatige Ausbildungstrainings im LVDC durchgeführt werden. Eine sehr viel höhere Zahl von Bewerber*innen (1500) für derartige berufliche Ausbildungsprogramme steht für den weiterhin hohen Bedarf an nicht gedeckter Unterstützung vieler junger Menschen in Tansania.

Spendenkennwort: TZ 06 Musoma

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Neue Projekte für die Mara-Region in Tansania

Unser Vorstandsmitglied Dr. André Gomes von der Ludwig-Maximilians-Universität München engagiert sich seit einigen Jahren ehrenamtlich in der Mara-Region, in Tansania. Aufbauend auf einer Kooperation mit dem Lake Victoria Disability Center entwickelte sich eine Kooperation mit der Open University of Tanzania. Ziel ist ein Austausch auf Augenhöhe zwischen Studierenden aus Deutschland und Tansania. Damit ist nicht nur der Aufenthalt von deutschen Studierenden in der Mara Region gemeint, sondern auch die Fortbildung von tansanischen Studierenden an der LMU München. Im Rahmen einer besonderen Kooperation zwischen africa action / Deutschland e.V., der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Open University of Tanzania entstehen aktuell verschiedene Projekte.

Unterstützen Sie die Projekte mit einer Spende.

Kennwort: TZ07 LVDC André Gomes

mara region

Neue Mikroprojekte für die Mara-Region: Kleine Ideen mit großer Wirkung

In der Mara-Region im Norden Tansanias stehen viele ländliche Schulen vor großen Herausforderungen: fehlende Unterrichtsmaterialien, unzureichende Ernährungssituation, kaum finanzielle Mittel der Familien und geringe Beteiligung der Eltern. Gleichzeitig gibt es viele engagierte junge Menschen, die die Situation vor Ort verbessern möchten. Im Rahmen eines Austauschprogramms haben sieben tansanische Studierende der Open University of Tanzania in München konkrete, realisierbare Mikroprojekte entwickelt. Ziel ist es, mit kleinen, aber wirksamen Maßnahmen Bildung, Gesundheit und Teilhabe an ihren ländlichen Schulen in der Mara-Region zu verbessern. Alle Projekte wurden so konzipiert, dass sie mit sehr geringen finanziellen Mitteln sofort umsetzbar sind und eine direkte Wirkung für Kinder, Familien und Schulen entfalten.

1. School Uniform Support Project

In vielen Familien reicht das Geld nicht für Schuluniformen. Kinder ohne Uniform schämen sich – oder bleiben ganz zuhause. Das Projekt finanziert Schuluniformen für besonders bedürftige Kinder und stärkt so ihre Teilhabe am Unterricht.

2. Reading Club
 

Kinderbücher sind an Grundschulen der Region kaum vorhanden. Der Reading Club soll mit wenigen altersgerechten Büchern und einfachen Methoden die Freude am Lesen fördern – ein wichtiger Schritt für Sprachentwicklung und Bildungschancen.

3. Ein Schulgarten

Viele Kinder kommen hungrig zur Schule, was das Lernen erschwert. Ein Schulgarten verbessert nicht nur die Ernährungssituation, sondern dient auch als praktischer Lernort für nachhaltige Landwirtschaft. Überschüsse können verkauft werden, um kleine Einnahmen für die Schule zu erzielen.

4. Mini-Schulkiosk

In ländlichen Regionen fehlen oft grundlegende Schulmaterialien. Ein Mini-Schulkiosk soll Kreide, Stifte, Hefte oder Hygieneartikel zu fairen Preisen anbieten – und die Einnahmen kommen wieder der Schule zugute.

5. Peer-Support-System für kranke Schüler*innen
 

Kinder mit chronischen Krankheiten oder häufigen Fehlzeiten sind besonders gefährdet, im Unterricht den Anschluss zu verlieren. Das Projekt führt ein Peer-Support-System ein. Mitschüler*innen teilen Materialien, unterstützen beim Lernen und verhindern soziale Isolation.

6. Elterngesprächtag

Viele Eltern sind wenig in den Schulalltag eingebunden – oft aus Zeitmangel oder Unsicherheit. Der Parent Talk Day schafft regelmäßige Treffen, um über Bildung, Gesundheit, Ernährung und Sicherheit zu sprechen und Eltern enger einzubinden.

7. Schulprojekt zur Schafzucht

Kleintierhaltung ist eine nachhaltige Einkommensquelle. Mit einem kleinen Schafbestand entsteht ein langfristiges Mini-Unternehmen zugunsten der Schule. Dünger für den Schulgarten, Nachwuchs zum Verkauf und stetige Einnahmen für schulische Bedürfnisse sind zusätzliche positive Effekte.

Unterstützen Sie die Schulen in der Mara-Region

Diese Mikroprojekte sind besonders wertvoll, weil sie unmittelbar aus den Erfahrungen der Studierenden und dem realen Bedarf der Gemeinden hervorgehen. Sie sind kostengünstig, schnell umsetzbar und nachhaltig angelegt. Jeder gespendete Euro entfaltet eine direkte und sichtbare Wirkung vor Ort, und africa action / Deutschland e.V. stellt sicher, dass die Mittel transparent und zweckgebunden eingesetzt werden.

Mit Ihrer Spende ermöglichen Sie konkrete Verbesserungen im Alltag vieler Kinder.
Oft reichen schon kleine Beträge, um eine große Veränderung zu bewirken – zum Beispiel ein Set Kinderbücher, Samen für den Schulgarten oder eine Schuluniform.

Kennwort: TZ07 LVDC André Gomes

Lesen stärkt Zukunft – Das Schulbibliotheks- und Leseförderprojekt in der Mara-Region

In vielen Schulen der Mara-Region gibt es weder Bibliotheken noch kindgerechte Bücher. Für tausende Kinder bedeutet das: kaum Zugang zu Sprache, Wissen und Lesekultur – und damit deutlich schlechtere Zukunftschancen. Gemeinsam haben africa action / Deutschland e.V., die LMU München und die Open University of Tanzania ein nachhaltiges Leseförderprojekt für sechs ländliche Schulen entwickelt, das über 3.700 Kindern erstmals Bücher und Lesemöglichkeiten eröffnet.

Das Projekt umfasst den Aufbau von sechs kleinen Schulbibliotheken mit insgesamt über 700 Büchern in Swahili und Englisch, die dank Spenden und der Unterstützung der Deutschen Botschaft in Dar es Salaam beschafft wurden. Jede Schule erhielt zudem einen Laptop, um die Materialien zu verwalten und das Projekt dauerhaft fortzuführen. In einem dreitägigen Workshop wurden 48 Lehrkräfte in Leseförderung, kreativer Pädagogik und inklusiven Methoden geschult – ein wichtiger Schritt, um Lesen auch unter knappen Ressourcen effektiv zu vermitteln.

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Die Wirkung ist unmittelbar spürbar: 3.714 Kinder erhalten erstmals regelmäßigen Zugang zu Büchern, können ihre Sprach- und Lesekompetenzen stärken und erleben Bibliotheken als Orte des Lernens und der Begegnung. Sechs Partnerschulen in Serengeti, Butiama und Musoma profitieren bereits nachhaltig von dem Projekt.

Doch der Bedarf bleibt groß: Weitere Bücher, Lernmaterialien, Möbel und Unterstützungsangebote für Lehrkräfte sind dringend nötig.

Unterstützen Sie das Projekt – schenken Sie Kindern Zukunft durch Lesen.

Kostenstelle: TZ07 André Gomes

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Simbaclay – Eine Ausbildungsstätte für blinde und sehbehinderte junge Menschen in Tabora / Tansania

In Tabora, einem ca. 160.000 Einwohner zählenden Ort in Zentraltansania, baute das Ehepaar Bacher unter Mitfinanzierung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) und vielen treuen Spender*innen im Jahr 2007 eine Töpferwerkstatt auf. Tabora ist eine sehr arme und wenig entwickelte Region Tansanias. Die Trägerschaft haben die Missionare des Heiligen Franz von Sales, ein Orden, der in Ostafrika viele soziale Projekte unterhält. Das Besondere an dieser Einrichtung ist, dass blinde und sehbehinderte junge Menschen hier eine Möglichkeit erhalten, durch das Erlernen eines Berufes zur Eigenständigkeit zu gelangen. Herr Bacher ist selbst blind und besitzt als Sonderschullehrer viel Erfahrung mit sehgeschädigten und geistig behinderten Kindern.

Tabora ist eine sehr arme und wenig entwickelte Region Tansanias. Viele Menschen in der Region haben hier keinen Zugang zu sauberem Wasser. Deshalb zählt vor allem die Produktion von Wasserfiltern zu einem wichtigen Standbein der Töpferei und trägt zur Verbesserung der Gesundheit in der Region bei. Das Tonfilterelement, welches zu über 99% die Bakterien aus dem Wasser filtern kann (im Labor getestet und mit einem Zertifikat bestätigt), wird in einen Eimer gesetzt, der mit einem Wasserhahn und einer Bedienungsanleitung versehen ist.

Die Töpferlehrlinge produzieren auch kleine Öfen um Feuerholz zu sparen. Denn traditionell wird auf drei Steinen gekocht, wobei sehr viel Wärme verloren geht. Nach Bedarf werden auch Ziegelsteine für den Hausbau hergestellt. Auch Blumentöpfe sind beliebt. So hilft Simbaclay der Region doppelt: den blinden Lehrlingen, die sonst ohne Einkommen und Ausbildung wären und den Menschen, welche die Produkte für wenig Geld kaufen können.

Der blinde Töpfer Jairos, der seit 2016 hier ausgebildet wurde und nun als fest angestellter Lehrer in der Töpferei arbeitet, muss bezahlt werden. Aus den Verkäufen kann sich die Werkstatt nicht komplett selber tragen, denn die Auszubildenden erhalten kostenfrei Unterkunft und Verpflegung sowie medizinische Hilfe bei Krankheit. 2022 wurde mit Hilfe von Spenden ein Verkaufsraum an der Hauptstraße erbaut, um die Einkünfte zu erhöhen. Dort sind die Waren ansprechend präsentiert. Zusätzlich hat der Bau eines Brunnens die Wasserknappheit erheblich gemildert, die zuvor für die Produktion und die Gesundheit der Mitarbeitenden und Auszubildenden ein großes Problem darstellte. Inzwischen benötigt das Gebäude dringend einen neuen Anstrich und einige Fenster und Decken müssen ausgetauscht werden. Deutlich in die Jahre gekommenes Mobiliar wie Betten und Matratzen muss repariert oder ausgewechselt werden und Moskitonetze neu angeschafft werden. Zusätzlich verfolgt der Orden das Ziel, die Ausbildungsstätte als Vocational Training Centre von der Regierung anerkennen zu lassen, damit die Absolventen und Absolventinnen ein offizielles Zertifikat erhalten können. Dazu müssen Unterkünfte und Werkstatt noch behindertengerechter gestaltet werden. Die Kosten für die Renovierung betragen mehr als 25.000 Euro.

Wir danken allen Spendern im Namen der blinden Menschen von Simbaclay

Kennwort: TZ05 Simbablay